„Liebe Freunde und Fans,
zu Beginn des neuen Jahres möchte ich noch einmal auf das vergangene Jahr zurückschauen und Euch meinen ganz persönlichen Rückblick auf das ereignisreiche Jahr 2008 präsentieren:
Zum Start in das Jahr 2008 standen für mich auch einige Events abseits des Sport- und Trainingsplatz an. Zuerst erhielt ich drei Ehrungen innerhalb von vier Wochen für meine sportlichen Leistungen und mein Engagement als Trainerin im Behindertensport bei Bayer Leverkusen und als Schirmherrin des Vereins Aclive:
1.) Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers
2.) Ehrenförderpreis der Sportstiftung NRW von Laudator Arndt Schmitt
3.) Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen von Innen- und Sportminister Dr. Ingo Wolf
Ich habe mich sehr über diese Auszeichnungen gefreut und bin stolz auf jeden einzelne davon, da sie mir zeigen, dass Engagement und Einsatz belohnt und honoriert werden.
Anfang April war ich dann bei der VOX-Sendung „Das perfekte Promidinner“ dabei. In der Sendung durfte ich drei weitere Prominente mit einem perfekten Dinner bewirten. Meine Gäste waren dabei die Moderatorin Gülcan Kamps, der Schauspieler René Heinersdorff und der Musiker Wolf Maahn. Ich war schon etwas aufgeregt vor meinem Abend, aber alles klappte wunderbar und ich belegte in der Wertung am Ende den zweiten Platz. Insgesamt hat mir die Sendung unheimlich viel Spass gemacht, schließlich war ich ja auch dreimal Gast bei den anderen „Promis“.
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Photo: VOX |
Ab Juni stand dann wieder mein Sport im Vordergrund. Auf Grund ein paar kleinerer Verletzungen hatte ich mich entschieden erst im Juni in die Saison zu starten. Gleich zu Beginn konnte ich in Kassel mit einem Wurf auf 62,33m die Olympia-Norm knacken und der 3.Platz war zum Start auch okay. In der Woche darauf in Ostrava schaffte ich mit 65,71m die Qualifikations-Norm gleich zum zweiten mal, so dass mich der DOSB eine Woche später für die Olympischen Spiele in Peking nominierte. Bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg war ich mit meiner Leistung nicht zufrieden und mit 61,91m belegt ich nur den zweiten Platz. Erfreuliches gab es in Nürnberg dann aber dennoch: am Sonntag nach dem Wettkampf erhielt ich in vom DLV den Rudolf-Harbig-Preis. Dieser Preis geht an verdiente Athleten und ist die höchste Auszeichnung der Deutschen Leichtathletik. Eine tolle Honorierung meiner bisherigen Leistungen für den DLV.
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So langsam stieg dann auch schon die Vorfreude auf die Olympischen Spiele in Peking. Natürlich haben mich im Vorfeld der Spiele die Vorfälle in China beschäftigt und ich habe die Verletzungen der Menschenrechte in der Volksrepublik China aufs Schärfste verurteilt und meinen Unmut darüber klar zum Ausdruck gebracht. Einen Boykott der Spiele hätte ich allerdings für das falsche Mittel und Signal im Kampf gegen die Verletzungen gehalten.
Nach meinem letzten Leistungstest bei meinem Heimmeeting in Leverkusen, der nicht so erfolgreich für mich verlief (62,37m), ging’s dann los ans andere Ende der Welt.
„Nihao Beijing.“
Bei unserer Ankunft begeisterte mich das Olympische Dorf in Peking mit sehr vielen Grünflächen und toller Architektur – alles wurde mit sehr viel Liebe zum Detail erbaut. Auch die Organisation vor und währende der Wettkämpfe war klasse, was bei einer solchen Großveranstaltung immer sehr wichtig, aber nicht immer selbstverständlich ist.
In der Nacht vor dem Qualifikations-Wettkampf konnte ich leider kaum schlafen und hatte eine richtige Horror-Nacht. Dementsprechend liefen dann auch meine ersten zwei Würfe, die ich überhaupt nicht getroffen hatte. Im dritten Versuch klappte es mit 63,94m dann besser und ich war ganz zuversichtlich für den Endkampf.
Das Finale zwei Tage später war dann ein Wettkampf der Superlative. Mit 65,29m konnte ich den 5.Platz erreichen. Ich weiß, dass ich an diesem Tag mit persönlicher Bestleistung eine Medaille gewonnen hätte, trotzdem war ich mit meiner Leistung am Finaltag zufrieden, gerade weil meine Saison auf Grund vieler kleinerer Verletzungen bis dahin nicht wirklich rund verlaufen war. Zudem erzielten im Finale zwei Werferinnen eine Weite über 70m. Die Tschechin Barbora Spotáková wurde mit 71,42m (neuer Kontinentalrekord) Olympiasiegerin vor der Russin Maria Abakumova, die mit 70,78m neuen Landesrekord warf und Silber gewann. Bronze holte sich Christina Obergföll mit 66,13m.
Auch wenn ich eine Medaille verpasst haben – die Teilnahme an den Olympischen Spielen ist einfach ein ganz fantastisches Erlebnis. Mann trifft nicht nur Athleten aus der Leichtathletik, sondern Sportler aus den verschiedensten Disziplinen und vor allem aus Ländern der ganzen Welt – dieses internationale Flair ist wundervoll und ich habe dieses bei meiner vierten Teilnahme in Folge wieder sehr genossen.
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Nach meiner Rückkehr nach Deutschland folgte Anfang September das Finale des DKB-Cups in Elstal. Ich hatte zwar keine Chance mehr, den Jackpot zu gewinnen, wollte den 8000 Zuschauern aber dennoch einen tollen Wettkampf liefern. Und das sollte mehr als gut gelingen: mit 68,34m erzielte ich eine neue persönliche Bestweite – die gleichzeitig einen neuen Ü35 Weltrekord darstellt. Natürlich war ich nach dem Wettkampf überglücklich, da ich nicht wirklich an diese Weite geglaubt hatte.
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Photo: DKB |
Bei den Paralympischen Spielen waren dann gleich zwei Athleten, die von mir in Leverkusen trainiert werden sehr erfolgreich. Andrea Hegen gewann im Speewerfen die Silbermedaille und auch Mathias Mester holte sich im Kugelstoßen den 2. Platz. Ein toller Erfolg der beiden.
Bei meinen letzten Wettkämpfen der Saison konnte ich auch noch ein paar gute Platzierungen erreichen:
3. Platz beim Speerwurf Meeting in Jablonec / Tschechien
2. Platz beim Super-Grand-Prix-Meeting Athletissima in Lausanne
3. Platz beim IAAF-Weltfinale in Stuttgart
Nach dem Saisonabschluss gab es vor dem Jahreswechsel dann bei den Wahlen zu den NRW-Sportlern und Trainern des Jahres eine schöne Überraschung für mich. Bei der Gala in der Düsseldorfer Philipshalle wurde ich mit dem FELIX-Award 2008 zur Trainerin des Jahres in NRW ausgezeichnet. Ich hatte gar nicht mit dieser Wahl gerechnet, so dass meine Freude über den Award umso größer ausfiel. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal bei meinen Athleten und natürlich allen Fans die mich gewählt haben bedanken. Es war ein tolles Jahr 2008 für mich! Danke!
Viele Grüße, Eure Steffi Nerius!
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